Sonntag, 25 März 2018

Finanzbranche aus Deutschland und der Ukraine diskutiert bei unserer Finanzkonferenz

“Ukraine ist ein Land der Möglichkeiten ...Unsere Aufgabe ist es, alles zu tun, um Investitionen in die Ukraine zu bringen"- sagte der ukrainische Reforminister Oleksandr Saienko, einer der Hauptredner der vom Deutsch-Ukrainischen Forum veranstalteten Konferenz "Finanzierungsmöglichkeiten in der Ukraine - Quo vadis", die am 20. März in Berlin stattfand. Unser Vorsitzender Prof. Dr. Rainer Lindner und Projektkoordinator und Finanzspezialist Dr. Andre Artelt, der die Konferenz im Auftrag des Deutsch-Ukrainischen Forums organisierte, konnten dazu rund 100 Experten und Akteure aus dem Bereich der Finzanzwirtschaft und von Handelsfirmen beider Länder in der Berliner Repräsentanz der GIZ begrüssen, die neben der AHK Kiew, der Deutschen Beratergruppe Ukraine und der Botschaft der Ukraine in Deutschland einer unserer Kooperationspartner war.  Ein "Land der Möglichkeiten" in der Ukraine sahen - wie Minister Saienko - dabei viele Redner  - Probleme wurden aber nicht ausgespart. Wegen mangelnden Vertrauens, schwierigen Bonitätsfragen, mangelnder Rechtssicherheit und auch vieler überkommener Regularien im Zahlungsverkehr zwischen beiden Ländern war der Zahlungsverkehr zwischen Deutschland und der Ukraine behindert, war es oft schwer und langwierig, Exportgeschäfte oder Investitionen in die Ukraine zu finanzieren. Was hat sich daran seit 2014 geändert? Was muss noch passieren? 




Dabei ist der Finanzmarkt der Ukraine seit 2014 erheblich reformiert worden. So wurde der Bankensektor des Landes professionialisiert, viele Banken geschlossen oder verstaatlicht. Oleg Churiy, Vize-Gouverneur der Nationalbank der Ukraine, ließ die bisherigen Reformen bei einer Rede auf unserer Konferenz Revue passieren - und kündigte erhebliche weitere Reformen im Währungsbereich "in unmittelbarer Zukunft" an. So soll die Landeswährung Griwna, die noch immer nicht vollständig frei konvertierbar ist, in diese Richtung weiterentwickelt werden. Die für viele Firmen ärgerlichen Kontrollen der Nationalbank bei Auslandsüberweisungen sollten für Überweisungen bis zu 150 000 Griwna (aktuell ca. 5000 Euro) komplett wegfallen. Hier eine Zusammenfassung der geplanten Finanzreformen - aus dem Vortrag von Oleg Churiy. 


Michael Geske, Head of Underwriting CIS der Euler Hermes AG, sprach über die aktuelle Politik der Euler Hermes AG bei der Vergabe von Ausfuhrdeckungen für Exportgeschäfte zwischen Deutschland und der Ukraine, die aktuell einen Umfang von ca. 330 Millionen Euro haben. Hier die Powerpoint-Präsentation seines Vortrags. 

Auf diplomatischer Mission in der Ukraine ist der ehemalige sächsische Ministerpräsident Prof. Georg Milbradt. Er ist der Sonderbeauftragte der Bundesregierung für die Neustrukturierung der Verwaltung und Dezentralisierung in der Ukraine. Bei der Konferenz zog er Parallelen von dieser Aufgabe zu den Aufbaujahren in den östlichen Bundesländern Deutschlands, in dener er zunächst als Finanzminster, dann als Ministerpräsident Sachsens wesentlich gestaltend mitwirkte. Die Entscheidungsebene für viele Dinge von "oben" nach "unten" zu verlagen, sei auch nach 1990 eine der wichtigsten Aufgaben der Verwaltungsreform in Ostdeutschland gewesen. Die bisherigen Reformen zur Dezentralisierung der Ukraine schätzt Milbradt als Erfolg ein. 
Finanzexperten aus Deutschland und der Ukraine diskutierten anschließend unter der Moderation von Robert Kirchner von der Deutschen Beratergruppe Ukraine über die Fakten und Chancen mit Bereich der Finanzwirtschaft.

Thomas Oetter von der Landesbank Baden-Württemberg beklagte mangelnde Rechtssicherheit bei der Durchsetzung von Forderungen und Zahlungsausfälle. Außerdem über Schwierigkeiten beim Zugriff auf übereignetes Sicherungsgut , das als Sicherheit für Hermes-finanzierte Exporte diente. Olexiy Soshenko von Redcliffe Partners in Kiew zog eine Bilanz der Reformen im Finanz- und Justizsektor (hier seine Powerpoint-Präsentation) und Peter Koslinski, Leiter der ukrainischen Repräsentanz der Commerzbank AG sprachen über die Besonderheiten im Außenhandel mit ukrainischen Partnern, die noch immer zu beachten seien. Hier ein Teil der Präsentation von Peter Koslinski mit interessanten Fakten, hier seine Präsentation.

Viktor Ponomarenko von der ProCredit Bank Ukraine zog eine positive Bilanz der Finanzreformen und berichtete von den Geschäftsstrategien der ProCredit, die seit Beginn der Reformen vom Geschäftsvolumen her von Platz 70 auf Platz 16 des Landes aufgestiegen ist. Hier seine Präsentation  Dr. Ralf Orlik von der Kreditanstalt für Wiederaufbau erläuterte die Förderpoliitk seines Hauses in der Ukraine, Thomas Otten , Vorstandsmitglied der Deutsch-Ukrainischen Handelskammer sprach über das ukrainische Devisenrecht - und die Einschränkungen, die sich im Zahlungsverkehr immer noch aus der Tatsache ergeben, dass die Griwna keine frei konvertierbare Währung ist. Hier seine Präsentation  Yevgen Metsger von der JSC Ukrgasbank zog aus der Sicht seiner Bank eine Bilanz der Reformen und der Aussichten für die Zukunft. Hier einige Fotoimpressionen der Konferenz. Fotos: Nikola Kuzmanic für das Deutsch-Ukrainisches Forum e.V.  Fotos mit Urhebernachweis frei verwendbar. 

Unsere Finanzkonferenz in Kurzfassung - und ausführlich  - hier in unserem Youtube-Channel 


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