Die Johanniter-Weihnachtstrucker 2019 wieder in der Ukraine

Kurz vor Jahresabschluss kamen 18 ehrenamtliche Helfer der Johanniter Unfall-Hilfe im Rahmen der Weihnachtstrucker-Aktion zum dritten Mal mit Unterstützung des Deutsch-Ukrainischen Forums in die Ukraine: nach Schytomyr und Berdytschiw, nach Poltawa und neu nach Iwano-Frankiwsk. Die drei LKWs und Begleitfahrzeuge hatten in diesem Jahr insgesamt über 3.600 Geschenkpakete dabei, jeweils 15 Kilogramm schwer, die von deutschen Spendern liebevoll verpackt wurden. Die Absender fieberten bei dem Drama an der polnisch-ukrainischen Grenze mit, das fast 24 Stunden dauerte, weil die dortigen Beamten aus Angst vor Korruptionsvorwürfen überscharf kontrollierten. Danach kam es nochmals bei der Entzollung in Schytomyr und Iwano-Frankiwsk zu mehrstündigen Verzögerungen. Doch alle Pakete konnten rechtzeitig vor der geplanten Abreise an unsere Partnerorganisationen ausgeliefert werden. Von dort aus werden die Geschenke weiterverteilt. Es blieb den Johannitern sogar Zeit, in den Zielorten selbst einen Teil der Ladung an Hilfsbedürftige zu übergeben und zu den vorbereiteten Programmen der Empfänger-Organisationen zu gehen.

An der Aktion waren wieder unsere bewährten Partner, die Hilfsorganisationen Misia v Ukraini in Schytomyr (und die Schytomyrer Baptistengemeinde “Rizda”) und in Poltawa der christlich-orthodoxe Wohltätigkeitsfond “Poltawer Bataillion derer, denen es nicht gleichgültig ist” (Полтавський батальйон небайдужих) beteiligt, sowie neu die Hilfsorganisation „Nächstenliebe“ (Любов до ближнього – Некстенлібе) aus Iwano-Frankiwsk. Außerdem wurde von den Johannitern ein Teil der Pakete auf Vermittlung unseres Vorstandmitglieds, Olga Demchenko von der Schaeffler AG, nach Berdytschiw in der Nähe von Schytomyr an die Schule Nr. 10 geliefert. Dort wurde der Delegation, die von unserem Vorstandsmitglied, Gerald Praschl, begleitet wurde, ein herzlicher Empfang mit Aufführung von Liedern durch die Kinder bereitete. Abschließend feierten die Mannschaften für Schytomyr, Berdytschiw und Poltawa einen gemeinsamen Gottesdienst in der Schytomyrer Baptistenkirche.

Der LKW, in dem unser Büroleiter, Jörg Drescher, mit nach Poltawa fuhr, hatte Glück im Unglück. Auf der Rückfahrt platzte gegen 3:00 Uhr nachts bei voller Fahrt im ostukrainischen Nirgendwo ein Vorderreifen. Erst gegen 11:00 Uhr war der Reifen dank Vermittlung der Partner aus Poltawa gewechselt, denn an einem Sonntag, mitten in der Nacht, kurz vor Neujahr, war es schwierig, Hilfe zu organisieren. Wäre dies auf der Hinfahrt passiert, hätte es die Ladung nicht mehr rechtzeitig zur Entzollung geschafft. Außerdem gab es keine schlimmeren Schäden. Es ging nur Zeit verloren.

Seit 26 Jahren bringt die Johanniter Unfall-Hilfe in Deutschland gesammelte Pakete an Bedürftige in Rumänien, Albanien, Bosnien und Bulgarien. Seit 3 Jahren steht auch die Ukraine auf der Liste. Unsere Geschäftsstelle übernimmt dabei die Auswahl und Koordination der Partner vor Ort, auf denen der arbeitsreichste Teil der Aktion liegt – die Auswahl der Empfänger und die Verteilung an diese. Unser Vorstandsmitglied, Anna Pogrebna, von der Rechtsanwaltskanzlei CMS Reich-Rohrwig Hainz im Kyjiw kümmerte sich wieder dankenswert die Beantragung der Zollbefreiung für die Ladung der drei Hilfs-LKWs.

Die Johanniter waren von der Dankbarkeit, Hilfsbereitschaft und dem Organisationstalent der Ukrainer stark beeindruckt. Der Bischof Fjodir Babnjuk aus Poltawa bedankte sich in einem Kurzvideo für die geleistete Hilfe:

Und wir danken ebenfalls allen Helfern. Unsere Bitte: Die Johanniter Weihnachtstrucker finanzieren sich durch Spenden, die Pakete werden von privaten Helfern selbst gepackt und enthalten oft auch persönliche Weihnachtsgrüße von Mensch zu Mensch. Sie können die Johanniter gerne unterstützen. Mehr Infos zu dieser wunderbaren Aktion, mit der wir auch 2020 eng kooperieren wollen, hier: www.johanniter-weihnachtstrucker.de